Der Mistelzweig

Schon unsere Ahnen hängten sich einen Mistelzweig über die Haustür oder an die Wand, zum Schutz gegen Krankheiten, böse Geister und Feuersbrünste. Die Druiden ernteten die Misteln in feierlichen Zeremonien mit goldenen Sicheln, um ihre Magie zu erhalten, die Schamanen machten Zauber-Tränke aus ihren Bestandteilen, die Mistel galt als Allheilmittel.

Sogar die Bäume, auf denen Misteln wuchsen, wurden als heilig verehrt. In verschiedenen Kulturen durften Mädchen und junge Männer sich küssen, wenn sie unter einem Mistelzweig hindurch gingen. Dann sollte aus ihnen ein Liebespaar werden. Auch Reichtum und Fruchtbarkeit sollte der Mistelzweig bringen. Viel über die angebliche Zauberkraft der Mistel sagen auch ihre volkstümlichen Beinamen wie Hexenbesen, Hexenkraut oder Druidenfuß.

Der Mistelzweig heute


Wenn heute auch nur noch wenige Menschen an die Zauber kräftige Wirkung der Mistel glauben, ist ein Mistelzweig immer noch ein trendiger Weihnachtsschmuck und auch die Sitte mit dem Küssen hat sich immer noch erhalten. Auch in der alternativen Medizin ist die Mistel von Bedeutung. Sie gilt als Heilpflanze, die gegen hohen aber auch gegen niedrigen Blutdruck und sogar als begleitendes Therapeutikum bei Krebsleiden verwendet wird. Auch bei Fieber und Erkältungen, Verdauungsproblemen und Entzündungen sollen Mistel-Präparate wirken. Allerdings ist die Mistel schwach giftig und deshalb sollte sie nicht ohne fachmännischen Rat verwendet werden.

Genau genommen ist sie ein Schmarotzer. Sie wächst auf Bäumen und bezieht Nährstoffe und Flüssigkeit aus ihrer Wirtspflanze. Tief senkt sie ihre Wurzeln durch die Rinde bis ins Innere des Wirtes und verankert sich dort. Sind Bäume von vielen Misteln bewachsen, leiden sie darunter und sterben schließlich ab. Die Mistel bevorzugt bestimmte Baumarten, zum Beispiel Pappeln, Tannen, Robinien, aber auch Apfelbäume. Die Zweige der Mistel sind hellgrün und verzweigen sich stark, dadurch wächst die Mistel sich nach und nach zu einer Kugel aus. Am Ende eines jeden Mistelzweiges wachsen einander gegenüber kleine grüne Blättchen. Im Februar blüht die Mistel, es gibt männliche und weibliche Blüten, die klein und unauffällig sind und nach Orangen duften. Ab September/Oktober erscheinen die weißen Beeren mit dem Samen. Misteln stehen in Deutschland unter Naturschutz.

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