Die Mistel und der Brauch

Die Mistel entstammt der Familie der Sandelholzgewächse. Es handelt sich um sommergrüne oder immergrüne Gewächse, die auf der ganzen Welt verbreitet sind. Sowohl in den Tropen, den Subtropen als auch den gemäßigten Breitengraden ist diese Pflanzengattung beheimatet. Sie wachsen auf Laubbäumen oder breiten sich innerhalb von Sträuchern aus – besonders gut sind die immergrünen Varianten also im Winter zu sehen, wenn die Bäume ihre Blätter verloren haben. Die Pflanze ernährt sich hierbei parasitär von ihrem Wirt – sie bezieht ihre Nährstoffe und das Wasser also aus dem Baum oder dem Gebüsch, das sie in Beschlag genommen hat.

An einer Mistel wachsen kleine Beeren

An einer Mistel wachsen kleine Beeren

Geschmückt wird die Mistel von kleinen Blüten (der Durchmesser beträgt meist nur wenige Millimeter). “Die Mistel” ist eigentlich nur ein Sammelbegriff für schätzungsweise über vierhundert verschiedene Pflanzenarten, die als Mistel bezeichnet werden.

Im Laufe der Zeit wurde aus der Mistel aber weit mehr als nur eine Pflanze. Die Geschichte nahm in England ihren Lauf. Standen Mann und Frau dort zufällig unter einem Baum, auf dem eine Mistel wuchs, so mussten sie sich küssen – man versprach sich von diesem Brauch die ewige Liebe. Eine weitere Variation hierbei war das Beeren pflücken: wurde eine Beere aus der Mistel genommen bedeutete dies einen Kuss – bei zwei Beeren wurden zwei Küsse fällig. Und wenn keine Beeren mehr da waren? Dann war die Küsserei beendet.

Im Laufe der Zeit wurde es eine Weihnachtstradition einen ganzen Mistelzweig vom Baum zu pflücken (was oftmals gar nicht so leicht war – teilweise wurden die Mistelzweige von hohen Bäumen herunter geschossen) und sie dann über einem Türrahmen aufzuhängen. Wenn man darunter stand wurde das gleiche Spiel wie vormals im Wald praktiziert. Mit den Jahren verbreitete sich dieser Brauch auch in den USA und in Deutschland – auch hierzulande küssen sich Paare unter Mistelzweigen über Türrahmen um sich zum Fest der Liebe die ewige Liebe zu sichern.

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