Helfen Mistelzweige gegen Krebs?

Bereits zur Zeit der Druiden wurde dem Mistelzweige eine medizinische Bedeutung zugesprochen. Misteln galten schon früh als hilfreiche Arzneipflanze gegen Epilepsie oder Schwindelanfälle. Im Mittelalter gewann die Pflanze Bedeutung in der Behandlung von Leberleiden und hohem Blutdruck. Heutzutage werden Mistelzweige in Bereichen der Blutdrucksenkung oder Arteriosklerose verwendet und auch vermehrt in der Krebstherapie.

Mistelzweige werden in der Krebstherapie eingesetzt

Mistelzweige werden in der Krebstherapie eingesetzt

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie, dem Mistelzweig erstmals eine Bedeutung in der Krebstherapie zugesprochen. Im Zusammenarbeit mit der Ärztin Ita Wegman entwickelte er das erste Mistelpräparat. Das erste offizielle Produkt kam im Jahre 1950 auf den Markt. Um den Gedankengang hinter der Auswahl des Mistelzweiges in der Krebsbehandlung ein wenig besser zu verstehen, ist es hilfreich sich die Mistel als Pflanze zu verbildlichen und sich parallel dazu die Entwicklung von Krebsgeschwüren anzuschauen.

Der Begriff Krebs oder Malignom bezeichnet umgangssprachlich eine bösartige Gewebeneubildung (Tumor), die an Stellen entfernt vom Gewebeursprungsort Metastasen bilden kann. Damit haben Mistelzweige, in ihrer Eigenart auf Bäumen zu wachsen und sich zu verbreiten, eine Ähnlichkeit mit einem Krebsgeschwür, das sich im Körper einnistet und verbreitet. Heute ist die Misteltherapie vielleicht die bekannteste alternative Unterstützung zu der schulmedizinischen Behandlung von Krebsleiden.

Anwendung

Normalerweise wird die Therapie mit dem Mistelzweig in einer geringen Dosierung eingeleitet und dann langsam gesteigert. Der Mistelextrakt wird subkutan unter die Haut gespritzt. Bei erreichter richtiger Dosierung entsteht eine Rötung an der Einstichstelle. Die Reaktion ist erwünscht, da sie eine Reaktion des Immunsystems auf das Präparat spiegelt. Es kann auch zu einem Temperaturanstieg bis zu 38 Grad kommen. Der Mistel wird nachgesagt die Zellwände der Krebszellen aufzulösen und damit aktiv in der Tumorbekämpfung mitzuwirken.

Wirkung

In Umfragen mit Patienten wurden folgende Gründe genannt die für die Anwendung von Misteln sprechen:

  • Verbesserte Wirkung der Standardtherapie
  • Geringere Nebenwirkungen
  • Verbesserung der Körpereigenen Abwehr
  • Aktives Mitwirken des Patienten bei der Bewältigung der Krankheit
  • Verbesserte Lebensqualität

Viele Patienten erleben besonders verbessertes Allgemeinbefinden mit dem Einnehmen von Mistelzweige Präparaten. Erhöhte Leistungsfähigkeit, größerer Appetit und ruhiger Schlaf können das Immunsystem stärken und vielleicht sogar die Schmerzen lindern.

Allerdings ist die Wirkung der Mistelzweige nicht endgültig auf wissenschaftlicher Ebene belegt. Auch durch langjährige Forschung ist nicht bewiesen, ob Misteln das Tumorwachstum hemmen können oder Krebspatienten vielleicht sogar heilen können.
Bisher am ehesten Allgemeingültigkeit hat der Aspekt der verbesserten Lebensqualität erreicht. Allerdings wurde dieser positive Effekt hauptsächlich in der Behandlung von Brustkrebspatientinnen beobachtet, die Mistelpräparate parallel zur Chemotherapie bekamen. Nebenwirkungen in der Behandlung mit Mistelzweigen sind keine bekannt.

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