Misteln im alten Rom

Die Bedeutung der Misteln in der Antike. Druidenfuß, Hexenbesen, Hexenkraut, Bocksbutter, Albranken, Kreuzholz oder Vogelkraut, das sind nur einige der Namen im Volksmund für das Wunderkraut Mistel. Schon früher wurden ihm magische Kräfte zugeschrieben.

 

Namensherkunft

Wo der deutsche Name Mistel nun wirklich herkommt, lässt sich heutzutage schwer nachvollziehen. Im Althochdeutschen wurde die Pflanze mistil genannt, im Mittelhochdeutschen dann mistel, was wahrscheinlich in Anlehnung an das Wort Mist geschah, wobei der Samen durch Vogelmist auf die Bäume gebracht wird. Der botanische oder auch lateinische Name für das Gewächs lautet Viscum. Das bedeutet so viel wie Vogelleim, davon leitet sich dann auch der Begriff Viskosität ab. In früherer Zeit nutzten die Römer die klebrigen Mistelbeeren, um aus ihnen eine Art Klebstoff zu gewinnen, der dem Vogelfang diente.

Anwendungsgebiete

Neben dem Vogelfang wurden die Misteln bei den Römern auch im Bereich der Medizin eingesetzt. Schon damals galt sie als „alles heilendes Wundermittel“, wie der römische Historiker Gajus Plinius Secundus schrieb. Auch wenn diese Aussage so nicht stimmt, so lässt sich den Misteln die Heilkraft nicht absprechen. Heutzutage wird die Mistel unter anderem gegen Bluthochdruck und Krebs eingesetzt.

Aberglaube

Misteln verbessern seit jeher das Leben der Menschen

Misteln verbessern seit jeher das Leben der Menschen

Am Anfang eines jeden Jahres wünschten die Römer einander Glück, indem sieeinander unter anderem auch Mistelzweige überreichten. So galt die Pflanze damals schon als Liebes- und Lebensspender und wurde für Rituale und die Herstellung von Zaubertränken genutzt. Laut dem römischen Dichter Vergil gelingt Aeneis nur mit Hilfe eines Mistelzweiges die Flucht aus der Unterwelt. In der Naturalis Historia, einer Abhandlung des Römers Plinius des Älteren, steht geschrieben, dass auch den Galliern die Magie und die Heilkraft der Mistelzweige bekannt waren. und ihre Druiden sie mit einer goldenen Sichel schnitten.

Überblick

Misteln gehören zur Familie der Sandelholzgewächse. Die weißbeerige Mistel, Viscum album genannt) kommt in Mitteleuropa vor. Das Gewächs zählt zu den Halbschmarotzern, das heißt, dass sie zwar den Baum (ihren Wirt) anzapft und ihm Wasser und Nährstoffe entzieht, allerdings können sich Misteln über das eigene Blattgrün auch noch selbst versorgen. Sie werden bis zu 40 Jahre alt. Ihre Blüten sind unscheinbar und die Früchte gelb oder weiß.

Misteln verbesserten und verbessern das Leben der Menschen und das nicht nur in medizinischer Hinsicht. So wie schon die alten Römer ihren Glauben und ihre Bräuche pflegten, so ist es auch heutzutage immer noch schön, den geliebten Menschen zur Weihnachtszeit unter dem Mistelzweig zu küssen.

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